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Spielen - Ein Kinderspiel
von: Nicky Stemmer
Eine kleine Einführung für SpielleiterInnen. Denn die Rolle eines Spielleiters umfasst mehr als das Erklären der Regeln. Die Art und Weise, wie Spiele ausgewählt, erklärt und betreut werden, ist entscheidend für die Motivation der Spieler und auch für den Effekt, den die Spiele auf die Teilnehmer ausüben. Somit trägt der/die Spielleiter/in entscheidend zum Erfolg der gesamten Spielaktion bei.
Aber woran kann der Erfolg gemessen werden? Z.B. an folgenden Fragen: - Haben die Teilnehmer das Spiel verstanden? - Kam ein Spielfluss zustande, oder sind Spiele versandet? - Haben die Teilnehmer bis zum Schluss begeistert mitgespielt, oder wurde ihnen langweilig?
Grundeinstellungen eines Spielleiters: - Anderen etwas zutrauen, Zeit haben, annehmen, einfühlen, zuhören, gelassen sein, positive Einstellung haben, Begeisterungsfähig sein
Was nicht so gut kommt: - Befehlen, drohen, bewerten, urteilen, beschimpfen, lächerlich machen, ironisieren, herabsetzen
Zu beachten bei der Auswahl von Spielen: ========================================
Das Ziel: Was will ich durch ein Spiel erreichen? (z.B: Gruppendynamik, Bewegungsvielfalt, Konzentrationsfähigkeit, Wahrnehmungsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit fördern ...)
Die Teilnehmer: Alter, Gruppengröße, Erfahrungen der Teilnehmer, kennen sie sich untereinander?
Raum: Größe, drinnen oder draußen, Untergrund (z.B. sind Spiele auf dem Boden möglich?)
Zeit: Dauer, Tageszeit, Jahreszeit
Spielleiter: Anzahl des Teams, Interessen, Erfahrungen miteinander
Material: Was ist vorhanden (z.B. auch Bestuhlung oder Strom für Kassettenrekorder), was muß noch besorgt werden?
Zur Spielreihenfolge: =====================
Das richtige Spiel im richtigen Moment - Die Stimmung der Gruppe einschätzen können, (Einfühlungsvermögen), z.B. wie groß ist die Konzentrationsfähigkeit, ist jetzt eher ein Bewegungsspiel (Power) od. ein ruhiges, Konzentrations- oder Wahrnehmungsspiel angesagt? Ca. 50% mehr Spiele vorbereiten als gespielt werden können, damit wir flexibel auf Situationen reagieren können. Trotzdem vorher eine Reihenfolge planen, bei der abwechslungsreiche Spiele aufeinander folgen(ruhig und bewegt), bei der Spiele aufeinander aufbauen (Schwierigkeitsgrad), bei der ein Spannnungsbogen entsteht (Anfang, Höhepunkt und Ende).
Die Durchführung: =================
Erklären des Spiels: - Zügig, kurz und knapp, verständlich, mit einfachen Worten erklären (z.B. erst nur die wichtigen Regeln erklären, dann im Spielverlauf weitere Regeln ergänzen) - So vermitteln, daß jeder es sehen und verstehen kann (laut sprechen, nicht mit dem Rücken zu den Kindern stehen) - Da alle Menschen unterschiedliche Wahrnehmungsschwerpunkte haben, ist es wichtig, möglichst viele Sinne beim Erklären anzusprechen: Erklären durch Sprechen, Vormachen, Fühlen (Anfassen der Kinder), schriftliche Symbole - Aufmerksamkeit wecken durch ungewöhnliche Darstellung: Veränderung von Sprache, Körperhaltung, Bewegungen und Gesten, Kostümierung usw... - Auf die Teilnehmer bezogen erklären: je jünger die Kinder, desto bildhafter erklären (nicht: "Beim Berühren des Bodens gibt es Punktabzug" ,sondern : "hier ist das Meer und im tiefen Wasser schwimmt ein Hai, der frisst alle Füße, die im Meer sind, auf... (Spielleiter übernimmt die Rolle des Hais)
Strukturieren: ==============
Des Raumes: Einteilen in Felder, mit natürlichen Markierungen arbeiten (Bäume), Straßenränder, Bestimmen der Startposition
Der Gruppe: Einteilen in Mannschaften durch: - Spieler selbst entscheiden lassen in welche Mannschaft sie gehen - Spielleiter bestimmt - Abzählen - Gemeinsamkeiten suchen: dieselbe Haarfarbe, Kleidung, Alphabet, Körpergröße, Geburtsjahr - Spiele zur Einteilung von Gruppen
Festlegen einer Reihenfolge durch: - Spieler, der an der Reihe war, darf den nächsten bestimmen - Lustige Fragen, z.B.: Wer hat die meisten Schwestern, wer hat den größten Daumen? - S.o.
Spieleverlauf: - An einem Platz stehen, wo das Spiel gut verfolgt werden kann und auf die "richtige" Durchführung achten. Dabei flexibel sein und offen für neue Spielmöglichkeiten, auf die die Kinder oft kommen. - Auf einem flüssigen Verlauf achten und wenn nötig, motivierend in den Spieleverlauf eingreifen (wenn Kinder den Ball nicht werfen mögen bis 3 zählen, dann muß er geworfen werden) - Evtl. kann der Spielleiter auch selbst mitspielen, wenn es für den Spielverlauf oder die Motivation günstig ist. Aber Vorsicht! Nicht für eine Mannschaft Partei ergreifen, dadurch, dass man selbst mitspielt - Das Ende eines Spiels gut abpassen, kurz nach dem Höhepunkt. (sonst wird's langweilig). Das Ende vorher ankündigen, die letzte Runde ansagen oder bis alle einmal dran waren. - Den Übergang zum nächsten Spiel schon gedanklich durchspielen und die Endposition des letzten Spiels als Anfangsstruktur des folgenden Spiels benutzen
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| Erscheinungsdatum: 18.06.2001 |
Bei uns veröffentlicht am: 18.05.2003 |
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Weiterführender Link:
www.Falkenflitzer.de |
Autorenkontakt:
nickystemmer@yahoo.de
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